Was tun gegen auffällige Narben?
 

Angesichts des Umstandes, dass auffällige und unschöne Narben für die Betroffenen oft sehr belastend sind, sucht man in der plastischen Chirurgie seit langem nach geeigneten Korrekturmöglichkeiten. Bislang gelangten namentlich die folgenden Methoden und Verfahren zur Anwendung:

Bestrahlung: Die erhabenen Narbenwülste werden mittels Röntgenstrahlen – die eine relativ präzise Zerstörung des überschüssigen Gewebes ermöglichen – zurückgebildet. Diese radiologische Methode kann auch in Kombination mit chirurgischen Eingriffen angewendet werden.

Operation: Die Narbenwülste werden weggeschnitten und die entstehende Wunde vernäht. Um ein weiteres Schrumpfen zu verhindern wird versucht, die Wundränder durch eine spezielle Schnittführung zu entlasten. Allerdings handelt es sich nur um eine graduelle Korrektur, denn jede chirurgische Narbenkorrektur hinterlässt eine neue Narbe.

Abschleifen: Überschiessende Narbenwülste können auch abgeschliffen werden. Die entsprechenden Möglichkeiten hängen jedoch von der Form und Beschaffenheit des Granulationsgewebes ab.

Gel- und Collagen-Injektionen: Vertiefte Narben können mittels Injektionen unter der Oberfläche «aufgefüllt» werden. Dazu eignen sich Hyaluronsäure-Gele und Collagenpräparate, die unter die Haut gespritzt werden. Da sich diese Materialien abbauen, muss die Behandlung jedoch periodisch wiederholt werden. Als dauerhafter erweist sich «Artecoll» – ein neuartiges Collagen-Material, welches mit winzigen Plexiglaskügelchen vermischt ist.

Silikongel-Platten: Silikongel wird bei hypertrophen Narben und Keloiden seit Jahren mit Erfolg angewendet. Mit seinem semi-okklusiven Effekt regt es überschiessende Gewebe zur Rückbildung an, bewirkt eine höhere Elastizität und in gewissem Sinne auch eine «Verdichtung» des Zellmaterials. Dadurch werden nicht nur Narbenwülste geglättet sondern auch auffällige Hautrötungen abgeschwächt. Allerdings sind die ca. 3mm dicken Platten auf der Haut schwierig zu fixieren und müssen oft mit Kompressionsverbänden getragen werden.

Neu: Mepiform. Auf der Grundlage der erfolgreichen Siliokongel-Methode hat die schwedische Mölnlycke-Gruppe ein neues, haut- und anwendungsfreundliches Produkt entwickelt, welches in klinischen Tests aufsehenerregende Resultate erbrachte. Mehr dazu im nächsten Kapitel.

 

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